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Am 15.April 1911 wurde
ein erstes Projekt einer Walddörferbahn dem Senat vorgelegt. In diesem Projekt
war außer der Strecke Barmbek - Volksdorf auch noch je eine Zweiglinie nach
Wohldorf und der bisher noch nicht vom Verkehr erschlossenen Gemeinde
Großhansdorf - Schmalenbeck vorgesehen. In groben Zügen wurde zu dieser Zeit
bereits die heutige Streckenführung festgelegt. So wurde z.B. die Einmündung in
die Hst. Barmbek von Westen vorgesehen, um die Züge der Walddörferbahn ohne
Kehren direkt in die Innenstadt auf den Gleisen der Hochbahn fahren lassen zu
können. Für die gesamte Strecke einschließlich der Zweiglinien nach Wohldorf und
Großhansdorf war ein zweigleisiger Ausbau vorgesehen. Die Züge sollten eine
Geschwindigkeit bis zu 60 km/h erreichen. Als Fahrzeit waren geplant: Vom
Rathausmarkt bis Volksdorf 32 Minuten, bis Wohldorf 38 Minuten und bis
Schmalenbeck/Großhansdorf 45 Minuten. Um bei zunehmenden Verkehr und dichterer
Zugfolge Schnellzüge ohne Beeinträchtigung des Nahverkehrs befördern zu können,
wurde für die Strecke Barmbek - Volksdorf im Grunderwerb ein drittes Gleis
vorgesehen, auf dem die Schnellzüge morgens nach Hamburg und nachmittags hinaus
fahren sollten. Anlagen für einen Güterverkehr waren nicht vorgesehen, da dieser
mit einer Vorortsbahn unvereinbar gewesen wäre. Die elektrische Kleinbahn von
Altrahlstedt - Volksdorf - Wohldorf dagegen sollte ihren Güterverkehr
beibehalten dürfen. Später, wenn bei zunehmenden Verkehr die Plankreuzungen der
Kleinbahn nicht mehr angängig erschienen, sollte sie mit der Walddörferbahn,
deren Gleise unmittelbar neben der Kleinbahn vorgesehen waren, auf deren
Bahnkörper verlegt werden, so daß sich dann der Schnell- und Güterverkehr auf
dem dritten Gleis, der Nahpersonenverkehr auf den beiden Gleisen der
Walddörferbahn vollziehen würde.

Eine Dampflok mit Hochbahnwagen, 1917.
(Foto: HHA)
Auf der Strecke Ahrensburg - Schmalenbeck war
die Möglichkeit der Einrichtung des Güterbetriebes auf einem dritten Gleis, das
bei Ahrensburg auf die preußische Staatsbahn übergehen sollte, im Grunderwerb
offen gehalten. Bei den Verhandlungen, die mit dem preußischen Minister für
öffentliche Arbeiten geführt werden mußten, da die vorgesehene Bahn zu Teil
durch preußisches Gebiet führen mußte, wurde beanstandet, daß bei der
Charakterisierung der Bahn als Kleinbahn die in Aussicht genommene
Geschwindigkeit von 60 km/h zu hoch erschien. Während die Strecke
Barmbek - Wohldorf in ihrer ursprünglich geplanten Form keine Schwierigkeiten bei
den Verhandlungen mit den Grundeigentümern ergab, gab die geplante
Streckenführung der Zweiglinie nach Großhansdorf wiederholt Anlaß zu Einsprüchen
nicht nur der Grundbesitzer, sondern auch besonders der Gemeinde Ahrensburg. In
den ursprünglichen Plänen sollte die Bahn, nach dem sie Volksdorf verlassen
hatte, durch Wulfdorf bis direkt zum Bahnhof der Lübecker Bahn geführt werden,
dort einen gemeinsamen Bahnhof bekommen und dann auf direktem Wege bis
Großhansdorf geführt werden, wo sie beim Piepenhorst auf hamburgisches Gebiet
treffen sollte. Nach einem Knick nach Süden sollte sich die Endstation in
Schmalenbeck beim Rauhen Berg befinden.
Am 17.September 1911 kritisierte der
"Hamburger Correspondent bereits die geplante Linienführung, wenn auch lobend
erwähnt wurde, daß die seit nunmehr zwei Jahren fertig gestellten Projekte
nunmehr greifbare Formen angenommen hätten. Vering, der Besitzer des Wulfsdorfer
Hofes, machte am 30.November 1911 den Vorschlag, die Bahn südlich an Ahrensburg
vorbeizuführen, wobei der Ahrensburger Friedhof nördlich umfahren werden sollte.
Die Bahn sollte dann zuerst nach Schmalenbeck geführt werden, um dann nach einem
Knick nach Norden in Großhansdorf zu enden. Da dieses Projekt den Vorzug hatte,
innerhalb Ahrensburgs kein bebautes Gelände zu durchqueren und außerdem die
Proteste der LBE berücksichtigte, die bei einem geplanten Bahnhof neben ihren
eine Abwanderung der Fahrgäste auf die neue Bahn befürchten mußte, nahm sich der
Senat des Projektes an und teilte am 20.Dezember 1911 dem Minister für
öffentliche Arbeiten mit, daß er eine Änderung der Linienführung als geboten
ansehen müßte. Statt der früher vorgesehenen Haltestelle erhalte die Gemeinde
Ahrensburg zwei neue Haltestellen, deren Lage mit der Gemeinde vereinbart worden
sei. In den folgenden Bürgerschaftssitzungen am 7.und 14.Februar gab es viele
Debatten und die Bürgerschaft nahm die Anträge schließlich am 21.Februar 1912
an. Einige geringfügige Änderungen wurden dem Senat vorgeschlagen, der sie am
23.Februar annahm. Es handelte sich hier einmal um die Streckenführung in
Volksdorf-Süd, wo eine Verlegung der Landstraße nicht angängig erschien und die
Bahn durch das Hasselhorst geführt werden sollte. In der Nähe der Oberförsterei
wurde ebenso wie an der Trabrennbahn in Farmsen eine Haltestelle vorgeschlagen.
In Großhansdorf sollte die Trace über die vorgesehene Endstation hinaus bis zur
Grenze des hamburgischen Gebiets beim Beimoor weitergeführt werden. Auch die
vorgesehene Endstation in Wohldorf - in der Nähe der heutigen Hst. Ohlstedt -
sollte so eingerichtet werden, daß später eine Verlängerung durch den Wohldorfer
Wald möglich ist. Der Vertrag über die Verkaufssteuer wurde dahingehend
abgeändert, daß für ein Grundstück, das durch Erbschaft oder Heirat erworben
wird, keine Abgabe zu zahlen ist.

Hst. Berne mit "Anton" der Elektrischen
Kleinbahn
Alt-Rahlstedt-Volksdorf-Wohldorf, ca.
1930.
(Repro: Pascal Horst Lehne)
Der Staatsvertrag mit
Preußen wurde am 17.März 1912 genehmigt und am 8.Mai 1912 veröffentlicht.
Zusammen mit diesem Vertrag wurde auch der preußischen Regierung gestattet, mit
dem Bau der Alstertalbahn, deren Anschluß an die Staatsbahn in Ohlsdorf über
Hamburger Gebiet führte, zu beginnen. Nachdem alle Verträge unterzeichnet waren,
wurde umgehend mit den Vorarbeiten für die tracierung der Bahn begonnen. Die
Bauarbeiten wurden mit umfangreichen Bodenuntersuchungen eingeleitet. Da die
Herstellung von Schürflöchern infolge des an den meisten Stellen vorhandenen
hohen Wasserstandes außerordentlich hohe Kosten verursacht hätte, wurden zur
Untersuchung des Untergrundes Erdbohrungen vorgenommen. Auf der einen Seite
sollte die Tragfähigkeit des Untergrundes für die Bauwerke und für die
Dammschüttung festgestellt werden, andererseits war die Kenntnis der in den
Einschnitten vorhandenen Bodenarten, die für die Dammschüttung verwendet werden
sollten, von großer Wichtigkeit. Schließlich waren noch einige besondere
Bohrungen vorzunehmen, die über die Beschaffenheit und Gewinnungstiefe von
Trinkwasser an den verschiedenen Stellen der Bahn Aufschluß zu geben hatten. Mit
den Erdarbeiten wurde 1912 begonnen. Sie waren im Jahre 1913 auf der ganzen
Strecke nahezu fertig gestellt. Im Jahre 1914 wurde mit den Kunstbauten begonnen.
Da für die Bahn die Forderung gestellt wurde, alle Schienengleichen Kreuzungen
von Straßen und Wegen zu vermeiden, so mußten auf der annähernd 29 km langen
Bahn 70 Brückenbauwerke und größere Durchlässe gebaut werden. Von diesen
Bauwerken erhielten 40 eiserne Überbauten; mit Ausnahme zwei hölzernen
Feldwegüberführungen wurden die übrigen Bauwerke in Beton und Eisenbeton
hergestellt. Für die architektonische Ausbildung der Brückenwiderlager ist
überall da, wo keine Hochbauten mit den Brückenbauten in Verbindung stehen,
gestockter Beton mit sparsamer Basalt-Lava-Verbindung im Sockel verwendet. Die
erforderlichen 15 Haltestellengebäude und die angrenzenden Brückenbauwerke sind
in Backstein ausgeführt und es ist bei der architektonischen Ausgestaltung der
Gebäude weitestgehend auf den landhausmäßige Charakter der Gegend Bezug genommen
worden.

Wagen 318 vor der Hst. Berne, links die
Kleinbahngleise.
(Foto: HHA)
Fast auf der ganzen Strecke ließ sich das Bestreben, möglichst kleine
Steigungen und möglichst große Krümmungshalbmesser zu verwenden, erfolgreich
durchführen. Die größte Steigung beträgt 1:100 und der geringste Bogenhalbmesser
500m, womit nach der damaligen EBO eine Fahrgeschwindigkeit von 80 km/h zulässig
ist. Eine Ausnahme machten die beiden Überkletterungsbauwerke in Barmbek und
Volksdorf, wo eine Steigung von 1:40 bzw. 1:50 vorhanden ist und der
Krümmungshalbmesser 200 bzw. 250m beträgt. Für diese Bauwerke war die Zustimmung
des Reichseisenbahnamtes notwendig, die aber umso unbedenklicher erteilt werden
konnte, als beide Punkte in unmittelbarer Nähe von Haltestellen liegen, wo die
Geschwindigkeit ohnehin niedriger war. Der Bau des eisernen, 573m langen
Viadukts in Barmbek wurde 1914 begonnen. Bis zur Grenze des Gutsbezirks Berne
liegt die Bahn - bis auf eine Ausnahme vor Farmsen - auf einem Damm, geht dann in
einen Einschnitt über, der an der Volksdorfer Grenze wieder in einen Damm
übergeht. Hier verläuft die Bahn bis zum vorgesehenen Bahnhof Volksdorf auf einem
Damm. Nach Ohlstedt fährt sie dann wieder bis zum Austritt aus Volksdorfer
Gebiet in einem Einschnitt. Ab Ohlendorfs Tannen fährt sie bis zum Endpunkt
Ohlstedt auf einem Damm. Die Zweiglinie nach Großhansdorf bleibt bis zur
Ahrensburger Grenze auf einem hohen Damm. Der Bau der Unterführung unter der
Hamburger Chaussee und der Lübecker Bahn wurde 1913 begonnen, ebenso die
Unterführung unter die Hagener Allee. Beim Tiefmoor von Ahrensburg geht die
Strecke wieder in einem Damm über. Die sehr lange Brücke über die Ahrensfelder
Landstraße wurde 1916 gebaut. Beim Kriegsausbruch 1914 waren die Arbeiten an der
Strecke in großen Zügen vollendet. Die Widerlager der Brücken und die
Stützmauern waren überall hergestellt, 61 Brücken waren fast vollkommen fertig,
und auch die Haltestellen waren im Rohbau hergestellt. Von nun an gingen die
Arbeiten nur noch sehr schleppend voran. Trotzdem gelang es, auf der gesamten
Strecke nach und nach ein Doppelgleis zu legen; wie verlautet, sollen sogar
vereinzelt Güterzüge auf der Strecke nach Großhansdorf gefahren sein.

Wagen 326 auf der eingleisigen Strecke
nach Groß-Hansdorf.
(Foto: HHA)
Obwohl
Ende des Krieges der Bahnkörper nebst Gleisanlagen fertig gestellt war, konnte an
einer Eröffnung in dem vorgesehenen Umfange in keiner Weise gedacht werden.
Einmal waren die Rohstoffe für die elektrische Ausrüstung der Strecke -
hauptsächlich Kupfer und Messing nicht zu beschaffen, zum anderen waren auch die
Betriebsmittel wegen Materialbeschaffungsschwierigkeiten nicht termingemäß
geliefert worden. Die HHA hatte zwar 1914 20 Wagen auf Rechnung des Hamburger
Staats gebaut, diese waren jedoch selbst für einen ganztägigen
30-Minuten-Betrieb nicht ausreichend. So mußte man sich notgedrungen mit dem
Gedanken befassen, zunächst einen provisorischen Betrieb mit Dampflokomotiven
auf einer Teilstrecke zu eröffnen, zumal die Grundeigentümer, die seit 1912 den
Bau der Bahn mitfinanzierten, unruhig wurden. Am 6.Juli 1918 fand in Volksdorf
eine öffentliche Einspruchsversammlung statt, die vom Gemeindevorstand und vom
Bürgerverein einberufen war. Es wurde die sofortige Betriebsaufnahme verlangt.
Andererseits wurden aber auch die Schwierigkeiten erkannt, mit der der Staat zu
kämpfen hatte. Es war gelungen, die bei den Kriegsereignissen erbeuteten zwei
belgischen Lokomotiven vom Reich anzukaufen. Mit diesen beiden Lokomotiven konnte
man allenfalls 6 Zugpaare auf der zunächst vorgesehenen Strecke Barmbek -
Ohlstedt verkehren lassen.
Eine weitere Schwierigkeit war finanzieller Natur. Es
mußten Hochbahnwagen umgebaut werden, die als Personenwagen hinter die
Lokomotiven gekoppelt werden konnten. Der Preis für den Umbau einschließlich der
Beschaffungskosten für die Lokomotiven wurde mit 200 000 Mark veranschlagt; dazu
kommen die laufenden Betriebskosten, die etwa 1/2 Million pro Jahr betragen
würden. Für die neue Strecke sollten folgende Bahnhöfe dem Betrieb übergeben
werden: Barmbek, Wandsbek-Gartenstadt, Farmsen, Berne, Volksdorf, Hoisbüttel und
Ohlstedt. Die im Rohbau fertig gestellten Hstn. Habichtstraße, Trabrennbahn,
Meiendorfer Weg und Buckhorn waren noch nicht für die Eröffnung vorgesehen, da
die schwache Besiedlung in diesen Gebieten eine zu geringe Benutzung dieser
Haltestellen verursacht hätte. Am 30.August 1918 wurden die Tarife der neuen
Bahn veröffentlicht. Sie lagen weit höher, als in dem ursprünglichen Plan
vorgesehen. Wenn auch die Fahrpreise bei den übrigen Verkehrsmitteln bereits
erhöht worden waren - die längste Strecke innerhalb Hamburgs kostete noch 20
Pfennig. Auf der Walddörferbahn sollte die ganze Strecke 90 Pfennig kosten, eine
Fahrt von der Innenstadt bis Wohldorf also 1.10 M. Trotzdem war diese Fahrt
billiger als mit der Lübecker Bahn bis Altrahlstedt und von dort mit der
Kleinbahn nach Wohldorf. Bis Altrahlstedt kostete es 60 Pf. Von Altrahlstedt
mit der Kleinbahn bis Wohldorf nochmals 70 Pf. Am 12.September 1918 konnte
endlich die Aufnahme des provisorischen Dampfbetriebes auf der Walddörferbahn
erfolgen.
Die Eröffnung geschah in aller Stille. Laut Fahrplan dauerte eine
Fahrt von Barmbek nach Ohlstedt 43 Minuten ( heute 26 Minuten). Trotzdem
erfreute sich das neue Verkehrsmittel anfänglich großer Beliebtheit, obwohl der
Betrieb immer mehr zu wünschen übrig ließ. Wegen der Steigung in Barmbek konnte
die Lok nur immer ein, höchstens zwei Wagen ziehen. Da die Lokomotiven nicht
mehr ganz neu waren, kam es öfter vor, daß sie auf der Strecke liegen blieben.
Der Lokführer mußte immer öfter zu Fuß vom nächsten Bahnhof nach der Ersatzlok
telefonieren. Es kam auch immer häufiger vor, daß der Kessel neues Wasser
brauchte, das vom nächsten Brunnen besorgt werden mußte. Einmal soll der
Bahnhofsvorsteher in Farmsen vergessen haben, zum letzten Zug das Licht auf dem
Bahnhof einzuschalten. Der Lokführer merkte an der Trabrennbahn, daß er Farmsen
vergessen hatte zu halten. Das gab den Ausschlag, daß der Betrieb in dieser Form
nicht weiter gehen kann. Der Senat beantragte deshalb bei der Bürgerschaft am
19. April 1919 einen Betrag von 4 625 000 Mark für den weiteren Ausbau der
Strecke, besonders der Elektrifizierung zwischen Barmbek und Volksdorf. Aber
bevor mit der Beschaffung der Rohstoffe begonnen werden konnte, stellten sich
für den Betrieb immer neue Schwierigkeiten ein. Nachdem vom 11.Mai 1919 an
zunächst nur sonntags der Betrieb eingestellt wurde, wurde am 22.Mai für längere
Zeit der Betrieb gänzlich eingestellt, da auch die Ersatzlok einer größeren
Reparatur unterzogen werden mußte. Als beide Lokomotiven wieder tauglich waren,
mußten beide auf Anordnung der Demobilmachungskommission an ihr Heimatland
Belgien zurückgegeben werden. Darauf beschwerten sich die Gemeindevertreter der
vier Walddörfer über den mangelhaften Betrieb auf der Walddörferbahn, auf der
jetzt nur noch drei Zugpaare verkehrten. Sie erinnerten den Senat an das den
Einwohnern gesetzlich zustehende Recht, das am 23.Februar 1912 durch
Senatsbeschluß festgelegt wurde, eine schnelle und billige Verkehrsverbindung
mit Hamburg zu bekommen. Sie forderten, so schnell wie möglich den elektrischen
Betrieb aufzunehmen. Es wurde zunächst nur ein Gleis von Barmbek bis Volksdorf
elektrisch ausgebaut.
Ende August 1920 waren die Arbeiten so weit
fortgeschritten, daß man mit der Zeit zur Festsetzung der Tarife in Bedrängnis
kam. Die Eröffnung war für den 6.September vorgesehen und es erschien möglich,
in dieser Zeit sich über die neuen Tarife zu einigen, da man von den letzten
Tariferhöhungen bei den übrigen Verkehrsmitteln gewohnt war, daß sie von der
Bürgerschaft abgelehnt wurden. Die neuen Tarife stellten sich diesmal nicht
wesentlich teurer als die der Vorortsbahn, deren Tarife gerne zu
Vergleichszwecken herangezogen wurde. Man entschloß sich nun, auch die
Zweiglinie nach Großhansdorf zu eröffnen. Auch auf dieser Strecke wurde der
Betrieb eingleisig durchgeführt. Da eine Elektrifizierung des zweiten Gleises
für die nahe Zukunft nicht zu erwarten war und da die Stahlpreise immer weiter
in die Höhe kletterten, demontierte man kurzerhand das zweite Gleis und benutzte
es als Stromschiene sowohl für die Großhansdorfer Strecke als auch für die
ebenfalls im Bau befindliche Ohlstedter Strecke. Die Haltestellen für die
Strecke waren: Buchenkamp, Ahrensburg, Hopfenbach, Schmalenbeck, Kiekut,
Großhansdorf. Die vorgesehenen Hstn. Wulfsdorf und Beimoor waren noch nicht
erbaut. Die Hstn. Hopfenbach und Kiekut wurden bei der Eröffnung der Zweiglinie
am 5.November 1921 noch geschlossen gehalten. Sie wurden am 17.Juni 1922
freigegeben. Die Züge verkehrten bis 1924 im Abstand von etwa 2 Stunden.

Hst. Ohlstedt mit Kleinbahn.
(Repro: Pascal Horst Lehne)
Erst zum Pfingstfest 1923, dem 20.Mai, war es gelungen,
trotz größter Schwierigkeiten den vollen zweigleisigen elektrischen Betrieb
zwischen Barmbek und Volksdorf durchzuführen. Jetzt endlich war es möglich, bei
Bedarf einen 15-Minuten-Betrieb auf der Walddörferbahn durchzuführen. Nach
Festigung der Währung im Jahre 1924 konnte man der Zukunft wieder etwas ruhiger
entgegensehen. Die Fertigstellung der restlichen Strecke Volksdorf - Ohlstedt
sollte jetzt mit aller Kraft betrieben werden, Nachdem am 18.Juni 1924 für den
weiteren Ausbau der Strecke Volksdorf - Ohlstedt 86 000 Mark bewilligt worden
waren, allerdings nur für eingleisigen Betrieb, wurden am 30.Juli weitere 65 500
Mark für eine Ausweiche an der Hst. Hoisbüttel genehmigt, um bei Bedarf auch auf
der Zweiglinie nach Ohlstedt einen 15-Minuten-Betrieb durchführen zu können. Am
10.September 1924 genehmigte die Bürgerschaft weitere 1,08 Mio. Mark für die
Beschaffung weiterer 18 neuer Wagen. Es wurden für den Betrieb nach der
Eröffnung bis Ohlstedt insgesamt werktags 53 und sonntags 77 Wagen benötigt.
Am
1.Februar 1925 wurde die Strecke Volksdorf - Ohlstedt mit den Hstn. Buckhorn und
Hoisbüttel in Betrieb genommen, Vom 28.Juli 1924 an wurde der ganztägige
15-Minuten-Betrieb eingeführt. Die bisher noch nicht eröffnete Hst. Meiendorfer
Weg wurde zunächst versuchsweise am 7.April 1925 in Betrieb genommen. Da der
Andrang groß genug war, blieb sie geöffnet. Die Hst. Trabrennbahn wurde nur
während der Rennen in Farmsen, also mittwoch- und sonntagnachmittags, geöffnet.
Als einzige Hst. war jetzt noch nicht die Hst. Habichtstraße eröffnet. Immer
lauter wurden die Rufe, diese Hst. aus ihren "Dornröschenschlaf" zu erwecken, da
in der Gegend viele Neubaublocks im Entstehen begriffen waren. Aber es dauerte
fast noch vier Jahre, bis die Eröffnung erfolgte. Die Senatskommission für die
Eisenbahnangelegenheiten befürwortete 1927 den Zweigleisigen Ausbau der beiden
Zweiglinien, da "die öffentliche Ordnung gefährdet sei und der Staat laut
Vertrag zur Finanzierung des Ausbaus verpflichtet sei". So wurden die Beträge
genehmigt und vom 10.Mai 1927 wurde die Strecke Hoisbüttel - Ohlstedt und vom
15.Juli 1935 ab die Strecke Volksdorf - Buchenkamp zweigleisig befahren, nach
Großhansdorf ging es weiterhin nur eingleisig. Das
letzte Ereignis vor Übergabe des Betriebes an die HHA war die Eröffnung der
Hst. Habichtstraße. Es geschah am 23.Juni 1930. Vom 1.April 1934 an betrieb dann
die HHA die Walddörferbahn auf eigene Rechnung. Die Bahn sowie die dafür
beschafften Wagen blieben jedoch im Besitz der Stadt Hamburg.
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Quelle: Staatsarchiv /
Hochbahn / E.Ihde
Bilder zur Strecke nach Beimoor auf der Homepage von
Jan Borchers
Bilder zum Jubiläum "75 Jahre Walddörferbahn" auf
der Homepage von Jan Borchers

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